Generalvollmacht – umfassende Vollmacht für alle Lebensbereiche

Vollmachten zählen zu den ältesten Rechtsinstrumenten und sind aus dem modernen Leben nicht mehr wegzudenken. Ganz egal, ob im geschäftlichen Bereich oder aber im Privatleben: die rechtsgeschäftliche Stellvertretung ist in zahlreichen Situationen unverzichtbar.

Wer eine Vertrauensperson dazu bevollmächtigen möchte, ihn in allen rechtlichen Fragen ohne einzelne Befugnisse zu vertreten, der erteilt in zahlreichen Fällen eine Generalvollmacht – ein absoluter Vertrauensbeweis gegenüber dem Bevollmächtigten.

Denn anders als eine Vorsorgevollmacht, die immer nur dann greift, wenn der Vollmachtgeber selbst beeinträchtigt ist, ist die Generalvollmacht ganz unabhängig vom jeweiligen Zustand des Vollmachtgebers wirksam.

Die Generalvollmacht im geschäftlichen Bereich

Im geschäftlichen Bereich bedeutet die Generalvollmacht, dass einem Generalbevollmächtigten eine Befugnis erteilt wird, die mindestens gleichrangig mit dem Umfang einer Prokura ist, über diese jedoch auch hinausgehen kann.

So kann der Bevollmächtigte auch ohne gesetzlicher Vertreter zu sein, mit Hilfe einer Generalvollmacht wichtige Entscheidungen in allen gesetzlichen und rechtlich zulässigen Bereichen des Geschäftsalltags treffen.

Ganz egal, ob Künstler, die eigene Manager beschäftigen und diesen ein Stellvertreterrecht einräumen, oder Unternehmer, die die Vollmachtserteilung nutzen, um wichtige Entscheidungen des Geschäftsalltags an stellvertretende Personen abzugeben, um sich so wieder besser um das eigentliche Tagesgeschäft zu kümmern: Ohne entsprechende Vollmachten käme das moderne Geschäftsleben schnell zum Erliegen.

Auch kann eine Generalvollmacht gezielt für eine spezielle Vertretung genutzt werden, etwa wenn es um die Verwaltung eines Wohnhauses oder aber den Verkauf bzw. die Belastung von Grundstücken geht. In letzterem Fall ist gegenüber dem Grundbuchamt eine notarielle Beglaubigung notwendig.

Die Generalvollmacht im privaten Bereich

Auch im privaten Bereich kann die Erteilung einer Generalvollmacht sinnvoll sein. Notsituationen, Unfälle oder Krankheiten können die Geschäfts- und Entscheidungsfähigkeit drastisch beeinträchtigen. Um für diese Situationen vorzusorgen, empfiehlt es sich, einer vertrauten Person (z. B. dem Ehepartner oder einem Familienmitglied) mit Hilfe einer Generalvollmacht die Befugnis zu erteilen, alle rechtsgeschäftlichen Entscheidungen zu treffen.

Im Privatbereich fasst eine Generalvollmacht in der Regel wichtige Inhalte wie die der Patientenverfügung, der Vorsorgevollmacht oder der Betreuungsverfügung zusammen. Die herkömmliche Generalvollmacht deckt allerdings folgende Fälle nicht automatisch ab:

  • Zustimmung zu Operationen im Falle von Lebensgefahr
  • Einwilligung zur Unterbringung in freiheitsberaubenden Unterkünften
  • Behandlungsverweigerung bzw. Behandlungsabbrüche
  • Zustimmung zu Organspenden

Diese Maßnahmen müssen, sofern sie denn berücksichtigt werden sollen, in der Generalvollmacht ausdrücklich genannt werden.

Neben Verfügungen im Hinblick auf Pflege und Betreuung kann eine Generalvollmacht auch Sinn machen, wenn es darum geht, Bankgeschäfte bzw. die Vermögensverwaltung in die Hände Dritter zu legen.

Wirksamkeit der Generalvollmacht

Eine Generalvollmacht ist nicht an eine bestimmte Schriftform gebunden, verlangt jedoch für zahlreiche Bereiche einer notariellen Beglaubigung, um wirksam zu sein.

Es empfiehlt sich, einen Notar aufzusuchen und sich über die verschiedenen Möglichkeiten einer Vollmacht im Detail beraten zu lassen.